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10. Juni 20265 Min. Lesezeit

Stickstoffdüngung bei Winterroggen: N-Mengen, Zeitpunkte und DüV-Konformität

Winterroggen ist ein ressourceneffizienter Acker mit moderatem Stickstoffbedarf. Erfahren Sie, wie Sie die N-Düngung für Roggen optimal gestalten.

Stickstoffdüngung bei Winterroggen: N-Mengen, Zeitpunkte und DüV-Konformität

Winterroggen ist eines der widerstandsfähigsten deutschen Getreide – besonders wichtig auf leichteren Sandböden in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Roggen toleriert ungünstige Wachstumsbedingungen besser als Weizen oder Gerste, doch diese Ressourceneffizienz bedeutet auch eine flachere Ertragsreaktionskurve auf Stickstoff.

Stickstoffbedarf

Deutschlands durchschnittlicher Roggenertrag liegt bei rund 6,0 t/ha (Destatis 2022). Regionale Beratungsquellen referenzieren häufig rund 130 kg N/ha beim Referenzertrag; aktuelle amtliche DBE-Bedarfswerte in mehreren deutschen Bundesländern liegen deutlich höher. Die hier genannten Zahlen sind agronomische Orientierungswerte – für die rechtsverbindliche Nährstoffbedarfsermittlung immer das aktuell gültige Bundeslands-DBE-Formular verwenden. Die Ertragsreaktion zeigt eine starke erste Zone bis 60 kg N/ha und stark abnehmende Erträge von 60–130 kg N/ha – oberhalb von 130 kg nahezu kein Mehrertrag. Übermäßige N-Gaben fördern Lager und können einen Großteil des Ertragspotenzials vernichten.

Applikationszeitpunkte

Eine zweigeteilte Strategie ist Standard bei Winterroggen:

  • Erste Gabe (BBCH 21–30): 50–70 kg N/ha zur Bestockung
  • Zweite Gabe (BBCH 31–37): 50–60 kg N/ha zum Schossen

Für Hybridroggensorten, die erheblich ertragreicher als Populationssorten sind, kann die zweite Gabe im oberen Bereich angesetzt werden. Keine N-Gabe nach BBCH 39 wird empfohlen, um das Lagerungsrisiko zu begrenzen (LfL Bayern 2023).

Hybridroggen vs. Populationsroggen

Hybridroggen dominiert heute den deutschen Markt und erzielt 10–20 % höhere Erträge als Populationssorten. Dieser Mehrertrag spiegelt sich direkt in einem höheren wirtschaftlichen N-Optimum wider. Immer die sortenspezifische Ertragserwartung im Rechner angeben.

Nmin auf Sandstandorten

Roggen wird am häufigsten auf leichten Böden mit geringer Wasserhaltekapazität angebaut. Diese Böden haben nach nassen Herbsten tendenziell niedrigere Frühjahrs-Nmin-Werte. Nmin-Messungen sind auf sandigen Böden besonders wichtig, da Schätzungen am wenigsten zuverlässig sind. Mehr dazu: Den Nmin-Wert richtig nutzen.

Fazit

Winterroggen belohnt effizientes, gezieltes N-Management mit zwei Teilgaben zum richtigen BBCH-Zeitpunkt, kombiniert mit gemessenem Nmin und aktuellen Preisen.


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