Stickstoffdüngung bei Körnermais: Hoher Bedarf, Zeitpunkte und organische N-Anrechnung
Körnermais wird auf über 400.000 Hektar in Deutschland angebaut, vor allem in den wärmeren Regionen Süd- und Westdeutschlands. Mais hat den höchsten Stickstoffbedarf aller wichtigen deutschen Marktfrüchte – sowohl im Gesamterfordernis als auch in der N-Abfuhr pro Tonne Korn – was präzises N-Management für Wirtschaftlichkeit und DüV-Konformität besonders wichtig macht.
Stickstoffbedarf und Ertragsreaktion
Deutschlands durchschnittlicher Körnermaiserertrag liegt bei rund 10,2 t/ha (Destatis 2022). Mais entzieht etwa 16–17 kg N pro Tonne produziertem Korn (Setiyono et al. 2010; Hou et al. 2012). Beratungsquellen referenzieren häufig rund 190 kg N/ha beim Referenzertrag; aktuelle amtliche DBE-Bedarfswerte in mehreren Bundesländern liegen höher – dies gehört zu den höchsten N-Richtwerten aller deutschen Marktfrüchte. Die hier genannten Zahlen sind agronomische Orientierungswerte; stets mit dem aktuell gültigen Landesformular prüfen. Die Ertragsreaktion zeigt starke erste Zone bis 80 kg N/ha, mit signifikanten, aber abnehmenden Erträgen von 80–180 kg N/ha.
Organischer N: Die entscheidende Verrechnungsposition
Mais ist die am häufigsten mit Gülle, Gärrest und Mist gedüngte Kultur. Die DüV verlangt, dass alle organischen N-Eingaben mit Anrechnungsfaktoren (Verfügbarkeitskoeffizienten) für das Düngejahr verrechnet werden. Typisch: 60–75 % des Ammonium-N in Rindergülle als im Ausbringungsjahr pflanzenverfügbar. Wer 40 m³/ha Rindergülle (ca. 150 kg N/ha gesamt, ~80 kg verfügbar) ausbringt, zieht diesen Betrag vom mineralischen N-Bedarf ab.
Beispiel: Bedarfswert 190 kg – Nmin 30 kg – organisch verfügbar 78 kg = 82 kg/ha mineralischer Ergänzungsbedarf.
Applikationsstrategie
Mais erhält N vor oder zur Saat:
- Einarbeitung vor Saat: mineralisch oder organisch
- Unterfußdüngung / Depot (BBCH 12–16): Zusatzmineralstickstoff, falls Vorabgabe unzureichend
Die ideale Zeitpunkt-Ausrichtung bringt N mit der raschen vegetativen Wachstumsphase ab BBCH 30 (6-Blatt bis Rispenschieben) in Übereinstimmung. Spät gesäter Mais sollte früher im Saatbett N erhalten.
DüV Rote Gebiete
In Roten Gebieten müssen viele Betriebe die gesamte applikationsmenge um 20 % gegenüber dem berechneten Bedarf reduzieren – ein erheblicher Ertragsdruck. Eine genaue Dokumentation ist unerlässlich.
Fazit
Mais-N-Management erfordert sorgfältige Verrechnung aller N-Eingaben – mineralisch und organisch – gegen den hohen Kulturbedarf. So bleibt beides sichergestellt: wirtschaftliche Optimierung und DüV-Konformität.
Mais N-Menge inklusive organischer Eingaben berechnen: Zum NRate-Rechner