Stickstoffdüngung bei Perserklee: Zuverlässige BNF und Zwischenfruchtwert
Perserklee (Trifolium resupinatum) ist eine einjährige Leguminosen-Zwischenfrucht, die in deutschen Anbausystemen als Alternative zu Alexandrinerklee an Bedeutung gewonnen hat, insbesondere auf schwereren, feuchtigkeitshaltenderen Böden, wo T. resupinatus' Nasstoleranz einen agronomischen Vorteil bietet.
BNF-Leistung in deutschen Böden
Das entscheidende Unterscheidungsmerkmal von Perserklee aus N-Management-Sicht ist die Verlässlichkeit der Knöllchenbildung. Schmidtke (2015) und Peoples et al. (2009) dokumentierten, dass T. resupinatum unter kühlen, nassen deutschen Wachstumsbedingungen robustere Knöllchenbildung aufweist als T. alexandrinum. %Ndfa (N aus der Atmosphäre) erreicht typischerweise 75–92 % in etablierten Beständen.
BNF-Potenzial wird auf 100–200 kg N/ha in der Vegetationszeit geschätzt – im oberen Bereich jährlicher Leguminosen-Zwischenfrüchte. Diese höhere BNF, kombiniert mit besserem Etablierungserfolg auf schwereren Böden, macht Perserklee zu einer attraktiven N-beitragenden Zwischenfrucht.
Mineralstickstoff-Anforderungen: Praktisch keine
Angesichts des hohen %Ndfa und der zuverlässigen Knöllchenbildung hat Perserklee keine nennenswerte Mineral-N-Anforderung. Im Gegensatz zu Alexandrinerklee ist die Knöllchenbildungsverzögerung weniger ausgeprägt und konsistenter, sodass auch der begrenzte Starter-N-Anwendungsfall der einjährigen Schwesterart selten für T. resupinatum gerechtfertigt ist. Die Vereinfachung des Managements ist ein direkter Vorteil.
Höherer Ertrag als Alexandrinerklee
Perserklee übertrifft T. alexandrinum typischerweise um 20–25 % in deutschen Versuchen (LfL Bayern IB 1 2022), mit einem typischen Frischmasseertrag von ~30 t/ha. Dieser höhere Biomasseertrag bedeutet ein potenziell größeres N-Angebot an die Folgefrucht durch Grünmasse-Einarbeitung.
Fazit
Perserklee ist die bevorzugte einjährige Leguminosen-Zwischenfrucht auf schweren deutschen Böden. Kein Mineral-N erforderlich – und der BNF-Beitrag zur Fruchtfolge ist unter den Jahresleguminosen am höchsten.
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