Stickstoffdüngung bei Rotklee: Hohe BNF, kein mineralisches N und Dreischnitt-Management
Rotklee (Trifolium pratense) ist Deutschlands wichtigste temporäre Leguminosen-Futterpflanze, angebaut als zwei- bis dreijährige Einsaat in Fruchtfolgen mit Getreide, besonders in Bayern, Baden-Württemberg und dem Alpenvorland. Als Reinleguminosenbestand benötigt Rotklee praktisch keinen Mineralstickstoff – jegliche Düngung reduziert den BNF-Vorteil erheblich.
Biologische Stickstoffixierung
Rotklee ist eine der hochleistungsfähigsten europäischen Leguminosenarten. Høgh-Jensen et al. (2004, Plant and Soil 265) dokumentierten BNF von 200–280 kg N/ha pro Jahr in etablierten Rotkleewiesen unter nordeuropäischen Bedingungen. Lüscher et al. (2014) bestätigten diesen Bereich über europäische Standorte. Das entspricht einem BNF-Verdrängungsverhältnis nahe 0,95 – nahezu der gesamte N-Bedarf der Pflanze wird durch atmosphärische Fixierung gedeckt.
Der DüV-Bedarfswert ist damit 0 kg Mineral-N/ha für Reinrotkleebestände.
Warum Mineral-N den BNF-Vorteil beseitigt
Die Anwendung von Mineralstickstoff auf Rotklee reduziert die pflanzliche Investition in Knöllchenunterhalt. Bei N-Mengen über 30–40 kg N/ha beginnt die BNF signifikant zu sinken und ersetzt freien atmosphärischen N durch teures Mineral-N ohne Ertragsvorteil. Über 70 kg N/ha ist der BNF-Vorteil weitgehend eliminiert.
Folgefrucht-N-Gutschrift
Nach Umbruch einer Rotkleewiese wird erhebliches N durch Mineralisierung freigesetzt. LfL Bayern schätzt 50–80 kg N/ha Gutschrift für die nachfolgende Winterfrucht – eine der höchsten Vorfruchtwerte in der deutschen Landwirtschaft.
Fazit
Rotklee-N-Management bedeutet weniger tun, nicht mehr. Die Kultur liefert ihren eigenen Stickstoff aus der Atmosphäre; Hauptaufgabe ist die Erhaltung günstiger BNF-Bedingungen.
Klee-Vorfruchtwirkung in der Fruchtfolge berücksichtigen: Zum NRate-Rechner